Ziegen und Schafe futtern im Hirschacker

Ziegen und Schafe futtern im Hirschacker

von Anke Beisswänger

Ziegen fressen im Hirschacker (Quelle: NABU/K. Fritzsch)
Ziegen fressen im Hirschacker (Quelle: NABU/K. Fritzsch)

Die Ziegen sind schon zurück im Hirschacker, am Wochenende kommen auch die Schafe dazu. Dann sind zum dritten Mal gut 40 tierische Landschaftspfleger auf der rund sechs Hektar großen eingezäunten Fläche im Einsatz und tragen dazu bei, dass Brombeere, Robinie und Co. wertvolle und geschützte Lebensräume mit ihrer charakteristischen Pflanzenvielfalt nicht überwuchern. Die Tiere werden wieder ihrer Aufgabe im Rahmen von „Lebensader Oberrhein“ nachgehen, frische Blätter fressen und Borke abnagen.

„Man merkt, dass einige Tiere die Waldweide aus dem Vorjahr bereits kennen und gezielt etwa die Robinien ansteuern. Für die Herde ist das hier jetzt ein richtiges Schlaraffenland, weil sich die Vegetation in der letzten Wärmephase so schnell entwickelt hat und in die Höhe geschossen ist“, berichtet Dr. Katrin Fritzsch. Die Ziegen und Schafe halten mit ihrem Appetit die aufkommenden Gehölze in Schach und sorgen so dafür, dass lichte Wälder licht bleiben – ein wichtiger Baustein, um die biologische Vielfalt langfristig zu sichern.

„Wer mag und etwas Glück hat, kann den fleißigen Fressern bei der Arbeit zusehen“, rät Fritzsch und appelliert zugleich an die Besucherinnen und Besucher: „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf das Tierwohl und vermeiden Sie es, die Herde durch freilaufende Hunde zu beunruhigen. Es ist außerdem wichtig, die Tiere nicht zu füttern. Sonst ist die Gefahr groß, dass sie ernsthaft krank werden.“

Um lichte Wälder – seltene und EU-weit geschützte Lebensräume – mit ihrer besonders angepassten Tier- und Pflanzenvielfalt und zu bewahren, wurden im Hirschacker unter anderem Kiefernbestände aufgelichtet. Nach der zweiten Beweidungsphase im vergangen Herbst konnte man bereits deutliche Effekte erkennen, angefressene Triebe sind abgestorben. „Wir sind guter Dinge, dass insbesondere die Robinien ganz absterben, wenn wir jetzt konsequent dranbleiben“, so Fritzsch.

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