Seltene Küken in der Saalbachniederung

Seltene Küken in der Saalbachniederung

von Mathias Stühler

Junge Kiebitze in der Saalbachniederung (Foto: Franz Debatin, NABU)
Junge Kiebitze in der Saalbachniederung (Foto: Franz Debatin, NABU)

Stuttgart/Bruchsal – In der Saalbachniederung nordwestlich von Bruchsal hat der in Baden-Württem­­berg selten gewordene Kiebitz gebrütet. Ein Vogel­paar zieht drei Küken in den Wiesen groß; die Jung­tiere nutzen die im Rahmen des Projektes „Lebens­ader Ober­rhein – Natur­vielfalt von nass bis trocken“ speziell für Wasser- und Watvögel geschaffenen Flach­wasser­bereiche zur Nahrungs­suche.

Das im Bundes­programm Biologische Viel­falt geförderte Projekt knüpft in der Saal­bach­niederung an die erfolgreiche Arbeit des NABU Hambrücken an. Bereits seit 1985 setzt sich der NABU-Gebietsexperte Franz Debatin dafür ein, die Wiesen­landschaft wiederherzustellen, zu erhalten und zu entwickeln: „Wir arbeiten seit Jahr­zehnten daran, die einzigartige Natur in der Saalbachniederung zu schützen. Mit der Rückkehr des Kiebitzes ist für mich ein Herzens­­wunsch in Erfüllung gegangen.“ Die tauben­­großen Vögel mit dem langen Feder­schopf gehören zur Familie der Regen­pfeifer und brüten in Marschwiesen und Fluss­niederungen. In Baden-Württem­berg gibt es nur noch 300 Brut­paare, die Art gilt als stark gefährdet.

Bei den Kiebitzen ziehen beide Alt­vögel die Jungen groß. Die Nest­flüchter werden noch einige Wochen von ihren Eltern betreut. Von den Naturschutz­maßnahmen zur Wieder­vernässung profitieren auch Feucht­wiesenpflanzen, Insekten und Amphibien ebenso wie Zugvögel. Die Saalbach­niederung zählt mit ihren gut 500 Hektar zu den fünf größten Wiesen­gebieten in Baden-Württem­berg. Das Gebiet liegt mitten in einem von bundesweit 30 „Hotspots“, die sich durch ihre besondere Vielfalt an Tier- und Pflanzen­arten sowie Lebens­räumen auszeichnen. „Die erfolg­reiche Brut der Kiebitze zeigt, dass unsere Naturschutz­maßnahmen bereits nach kurzer Zeit wirken“, sagt Katrin Fritzsch, in Baden-Württem­berg Leiterin von „Lebens­ader Oberrhein – Natur­vielfalt von nass bis trocken“. „Wie alle Tiere dürfen auch Kiebitze in der Brutzeit nicht gestört werden. Es gilt, Stress für die Tiere zu vermeiden“, sagt Fritzsch. „Gebührender Abstand hilft den Jungvögeln, sich gut zu entwickeln“, appelliert die Biologin vom NABU Baden-Württem­berg an Spazier­gängerinnen und Spazier­gänger im Schutz­gebiet. „Kiebitze sind standort­treu und brüten zumeist an ihrem eigenen Geburtsort. Eines Tages kehren die Küken vielleicht mit ihren Partnern in die Saalbach­niederung zurück“, hofft Fritzsch.

 

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