NABU setzt sich für neue Tümpel am Oberrhein ein

NABU setzt sich für neue Tümpel am Oberrhein ein

von Jürgen Reincke

Neuanlage und Umgestaltung eines Tümpels in Dienheim
Neuanlage und Umgestaltung eines Tümpels in Dienheim

Frosch, Molch und Co brauchen Platz zum Laichen

Der Oberrhein mit seinen Altrheinarmen und Über­schwem­mungs­flächen ist ein Eldorado für viele Tier- und Pflanzen­arten, die an diesen wechsel­feuchten Lebensraum angepasst sind. Insbesondere die wechselfeuchten Mulden jenseits des Haupt­stroms, wie ehemalige Flutrinnen, Senken und Tümpel, gelten unter Naturschützern als besonders artenreiche Lebens­räume. Viele Tierarten – wie Amphibien oder Libellen – voll­ziehen hier die Entwicklung zum erwachsenen Tier.

„Hierhin zieht es mindestens im Frühjahr alle Amphibien um sich fort­zu­pflanzen“, erklärt Michael Markowski, Mitarbeiter des Pro­jekts „Lebens­ader Oberrhein“. Alle Molche, Frösche und Kröten benötigen Gewässer um ihre Eier abzulegen. Im Wasser findet die Metamorphose, die Ent­wick­lung vom Ei über Kaul­quappe zum Jungfrosch, statt. Wenn die Gewässer im Sommer aus­trock­nen ist die Entwicklung meistens abgeschlossen und die jungen Amphibien sind abgewandert.

Das Austrockenen der Laichgewässer hat sogar für die Amphibien­ge­mein­schaft einen großen Vorteil. „Fische, die Laich und Larven fressen, werden so ausgeschaltet“, weiß der Biologe Markowski der aktuellen Trocken­periode Positives abzu­ge­win­nen. Werden die Klein­gewässer jedoch dauerhaft trockengelegt, sterben lokal auch die Amphibien. Durch Begradigung des Rheins, Ent­wäs­serungs­maß­nahmen, Intensi­vierung der Land­wirtschaft und Deichbau sind die wechsel­feuchten Klein­ge­wäs­ser vielfach verschwunden.

Im Rahmen des Projekts „Lebensader Oberrhein“, ein vom Bund und den Bundesländern am Oberrhein gefördertes Projekt zum Erhalt und zur Verbesserung der bio­logi­schen Vielfalt, werden aktuell Kleingewässer am Rheinabschnitt zwischen Bingen und Ludwigshafen angelegt oder renaturiert. Der Oberrhein gilt als einer von bundesweit 30 Hotspots der Bio­lo­gischen Vielfalt. Im Rahmen des sechsjährigen Projekts „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“, führt der NABU zahlreiche Maß­nahmen durch, die der Förderung der Arten­vielfalt in verschiedenen Lebensräumen im Hotspot Oberrhein dienen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.lebensader-oberrhein.de.

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