Leben am Straßenrand

Leben am Straßenrand

von Jürgen Reincke

Vor vier Jahren wurden sieben Pflanzen­arten der sandi­gen Stand­orte an einer großen Straßen­kreu­zung in Ingel­heim aus­ge­pflanzt. Die Kreu­zung liegt mitten in den Ingel­heimer Kalk­flug­sanden. Mit der Aus­pflanz­aktion war die Frage­stellung ver­bunden, in­wie­weit sich seltene Sand­pflanzen im Ein­fluss­bereich der Straße und der dort herr­schenden Ein­flüsse bzw. der üblichen Pflege des Straßen­be­gleit­grüns behaup­ten kön­nen. Auf zwei Teil­flächen wurde damals aus­ge­pflanzt.

Eine Kontrolle der Flächen hat nun gezeigt, dass sich zumindest auf einer der Teil­flächen alle sieben Arten behaupten konnten. In verringerter Stück­zahl konnten das Haar-Pfriemen­gras, die Sand-Silber­scharte, die Steppen-Wolfs­milch und das Büsche­lige Gips­kraut nach­gewiesen werden. Eine größere Anzahl davon blühend und in guter Verfassung. Die Rispen-Flocken­blume und der Zwerg-Schnecken­klee fühlten sich vor Ort so wohl, dass die Individuen­zahl zu­ge­nommen hat.

Der Versuch wirbt für eine standort­gerechte Begrünung von Verkehrs­wegen und zeigt, dass sogar seltene Pflanzen sich an solchen Extrem­standorten behaupten können.

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