6.000 Zwiebeln für mehr Natur im Ort

6.000 Zwiebeln für mehr Natur im Ort

von Anke Beisswänger

Trittsteinbiotop in Steinmauern (Foto: NABU)
Trittsteinbiotop in Steinmauern (Foto: NABU)

Insgesamt rund 6.000 Zwiebeln haben die Bauhofmitarbeiter jetzt in den „Trittstein­biotop“-­Flächen in Steinmauern und Bischweier gesetzt, die sie im Juli mit „Lebensader Oberrhein“-Unterstützung angelegt hatten. Naturnahe „Grünflächen“ im Siedlungsraum sind für Stieglitz, Erdhummel, Tagpfauenauge und viele andere Arten lebensnotwendig, weil sie als Trittsteine Lebensräume miteinander verbinden.

„Immer mehr Raum geht der Natur verloren. Umso wichtiger ist es, dass wir gleich zwei Gemeinden im Kreis Rastatt dafür gewinnen konnten, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen“, sagt Michael Hug vom ILN Bühl, der für das NABU-Projekt „Lebensader Oberrhein“ die Aktion betreut. Dank der frisch gesetzten Zwiebeln werden ab Februar zum Beispiel Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen, Krokusse und Wildtulpen auf den insgesamt über 300 Quadratmeter großen Flächen blühen und so schon früh im Jahr und bis in den Mai hinein Nahrung für Insekten bieten.

„Nachdem wir zusammen mit einem erfahrenen Fachmann im Juli insgesamt rund 2.600 Stauden gepflanzt haben, ist die Entwicklung der Flächen ganz nach Plan gelaufen“, berichtet Hug und hebt das Engagement der Bauhofleiter und ihrer Mitarbeiter hervor. Derzeit blühen unter anderem Astern, Wiesen-Salbei und Flockenblumen. Wenn sie verblüht sind, bleiben die Pflanzen über den Winter als Unterschlupf und Nahrung für Insekten stehen. Im Februar werden sie zurückgeschnitten, dann blühen erst die jetzt gesetzten Zwiebeln, anschließend Stauden wie Margeriten, Glockenblumen und Hornklee, später wieder die Sommer- und Herbstblüher. „So haben wir von Februar bis zum ersten Frost ein buntes Blütenangebot für die Tierwelt – und zugleich etwas fürs menschliche Auge“, erläutert Hug.

Der NABU ist noch auf der Suche nach weiteren Kommunen oder auch Unternehmen im baden-württembergischen Teil des Biodiversitäts-„Hotspots“ am Oberrhein, die dem Beispiel von Steinmauern und Bischweier folgen und im Rahmen des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projekts „Lebensader Oberrhein“ Trittsteinbiotope anlegen möchten (Kontakt).

Tipp: Auch im Garten oder auf dem Balkon kann man etwas für die Natur im Ort tun. Insekten wie Käfer, Bienen und Schmetterlinge saugen Nektar aus Blüten, fressen an Blättern oder nutzen Beete als ‚Kinderstube‘. Für viele Vögel stellen Samen zudem eine wichtige Nahrungsquelle dar. Wichtig ist, heimische Arten zu pflanzen, zu säen oder zu setzen. Denn viele Zuchtformen blühen zwar oft scheinbar schön, produzieren aber zum Beispiel keinen Nektar.

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