Früherer „Panzerwald“ als „Natio­nales Naturerbe“ in NABU-Besitz

Früherer „Panzerwald“ als „Natio­nales Naturerbe“ in NABU-Besitz

von Anke Beisswänger

Sandthymian im Hirschackerwald (Quelle: NABU)
Sandthymian im Hirschackerwald (Quelle: NABU)

Mit dem im Projektgebiet gelegenen früheren „Panzerwald“ in Schwetzingen ist ein naturschutzfachlich besonders wertvolles Gebiet an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übertragen worden. Die Freude darüber ist entsprechend groß, sowohl beim NABU als auch im Projekt Lebensader Oberrhein: „Hier zeigt sich, wie ökologische Kon­version funktionieren kann: Rund 96 Hektar, die früher militärisch genutzt worden sind, werden jetzt ganz im Sinne des Naturschutzes entwickelt. Das ist eine groß­artige Chance für Natur und Nachhaltigkeit“, betont der baden-württembergische NABU-Landes­vor­sitzende Andre Bau­mann. Bereits seit über zwanzig Jahren hat der NABU den ehe­maligen Schwetzinger „Panzerwald“ in enger Zusammen­arbeit mit der Staatlichen Naturschutz­verwaltung, der Bundes­anstalt für Immobilienaufgaben und früher auch der US-Army gepflegt.

Der Hirschacker mit seinen außergewöhnlichen Sandlebensräumen ist ein kombiniertes Natur- und Land­schafts­schutz­gebiet, als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesenen – und Teil des Hotspots 10. Die Landschaft ist geprägt durch lichte Hutewälder, Heide­flächen und Sandmagerrasen. Heidelerche und Harlekinspinne, Sandstrohblume und Steppenbienchen sowie viele andere sandliebende Tier- und Pflanzenarten finden hier einen ihrer wichtigsten Lebensräume in Baden-Württemberg.

Über die Historie des Hirschackerwalds: Der Hirschackerwald war der frühere Schwetzinger Stadtwald, den die Stadt Schwetzingen 1938 an die Wehrmacht verkaufte. Rund ein Jahr lang war in den heutigen Tompkins Barracks ein Panzer­regiment stationiert, das in den wüstenartigen Sanddünen des Hirschackerwalds und des an­gren­zenden Mann­heimer Dossenwalds für den so genannten Wüstenfeldzug übte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hirschacker­wald als Standortübungsplatz für die in Heidelberg und Schwetzingen stationierten US-Truppen genutzt. Nach Abzug der US-Army von den Standorten in Heidelberg und Schwetzingen wurde der Hirschackerwald als militärische Übungs­fläche aufgegeben und aufgrund seines Naturschutzwerts in das Nationale Naturerbe übertragen. „Der NABU wird neuer Eigentümer des früheren Panzerwalds. Wir möchten dieses wertvolle Schutzgebiet für Mensch und Natur schützen und fördern“, sagt Christian Unselt von der NABU-Stiftung.

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