Europäische Weinrebe auf der Naturerlebnisfläche „Auenland“

Europäische Weinrebe auf der Naturerlebnisfläche „Auenland“

von Jürgen Reincke

M. Benning pflanzt eine Weinrebe
M. Benning pflanzt eine Weinrebe

Die ursprünglich am Oberrhein in den Auwäldern weit­ver­breite Euro­päische Wein­rebe (Vitis sylvestris) ist fast voll­ständig ver­schwun­den und steht kurz vor der Aus­rot­tung. Eines der letzten größe­ren natür­lichen Vor­kom­men, das bis in die Gegen­wart über­dauert hat, liegt unweit von Karls­ruhe auf der Halb­insel Ketsch.

Um die Wein­rebe vor dem Aus­sterben zu be­wahren wurde im Botani­schen Garten Karls­ruhe eine Erhal­tungs­kul­tur der Euro­päischen Wein­rebe ange­legt. Dazu wurden in einem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Projekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit dem Aueninstitut in Rastatt die verbliebenen Wildreben der Rheinebene genau kartiert, davon Stecklinge gewonnen und diese im Botanischen Garten vermehrt. Die Stecklinge werden nun in mehreren Kampagnen an geeignete Stellen im Auwald ausgebracht.

Seit März 2018 beheimatet die Naturerlebnisfläche „Auenland“ in Bingen nun auch 10 Exemplare der Europäischen Weinrebe aus der Karlsruher Erhaltungskultur. Es handelt sich um 5 männliche sowie 5 weibliche Stecklinge. Künftigen Besucherinnen und Besuchern der Naturerlebnisfläche wird dort die einmalige Möglichkeit in Rheinhessen geboten, die Stamm-Mutter unserer Weinpflanzen zu erleben.

 

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