Biodiversitätsbotschafter/-innen engagieren sich

Biodiversitätsbotschafter/-innen engagieren sich

von Jürgen Reincke

Biodiversitätsbotschafterin Annette Volz im Oberwald (Quelle: Günter Volz)
Biodiversitätsbotschafterin Annette Volz im Oberwald (Quelle: Günter Volz)

Märchen und Naturerlebnis

Annette Volz hat am ersten Biodiversitätsbotschafter-Kurs teilgenommen. Die Mär­chen­erzählerin sagt von sich: „Ich bin in Rüppurr, einem grünen Stadtteil Karlsruhes, in der Gartenstadt in der Nähe des Ober­waldes aufgewachsen und lebe auch heute noch hier. Als Kind war ich viel draußen und habe mich da schon für die Natur interessiert. Biologie war mein zweites Lieblings­fach in der Schule. Aber erst die Märchenarbeit führte zu einer intensiven Beschäftigung mit der Natur. Durch die Bio­diversi­täts­bot­schaf­ter­aus­bil­dung wurde dies noch verstärkt und ich kam so auch zum NABU. Ich gehe heute viel bewusster und beobachtender durch die Welt.“

Was hat dich motiviert, an der Biodiversitätsbotschafter-Ausbildung teilzunehmen?
Meine Märchenstunden gestalte ich ganz generell nach Themen wie zum Beispiel dem Monat, der gerade ist, oder nach der Jahreszeit. Auf der Suche nach passenden Märchen stieß ich auf einen großen und wunderbaren Schatz an Naturmärchen. Eine Kollegin, die Märchen im Freien erzählt, inspirierte mich. Aber ich wollte die Märchen mit der Natur, in der wir uns beim Erzählen aufhalten, verknüpfen. Da las ich im Programm des NAZKA von der Ausbildung zur Biodiversitätsbotschafterin und dachte, das ist es!

Deine Biodiversitätsbotschafter-Ausbildung liegt jetzt ja schon eine Weile zurück - was konntest du mit dem dort Gelernten in der Zwischenzeit anfangen?
Im Frühjahr habe ich für die VHS Karlsruhe einen Märchenspaziergang im Oberwald durchgeführt. Bei den Märchen­spazier­gängen, die ich im Rahmen des Veran­staltungs­programms des Natur­schutz­zentrums Karlsruhe-Rappenwört anbiete, binde ich das in der Ausbildung erworbene Wissen über den Auenwald ein.
Mit dem NABU Rastatt in Wintersdorf und in eigener Regie habe ich im Oberwald in Karlsruhe-Rüppurr Märchen­spazier­gänge für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren im Rahmen der „Lebensader Oberrhein“ durchgeführt. Dabei erfahren die Teilnehmer etwas über die Natur vor Ort, in klassischer Weise durch einen kleinen Vortrag sowie durch spielerisches Erkunden. Passende Märchen ergänzen das Ganze.
Ebenfalls in eigener Regie habe ich zwei Exkursionen im Oberwald für Erwachsene organisiert, eine für das Seniorenforum der evangelischen Gemeinde Rüppurr, eine für alle Interessierten, mit dem Titel „Bäume im Oberwald“. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, warum gerade diese Bäume hier wachsen, oder darum, welche Heilkräfte sie haben und welche Mythen sich um sie ranken.

Was nehmen die Menschen von deinen Führungen mit?
Die Erwachsenen kommen, um etwas über die Natur vor ihrer Haustür zu erfahren. Und sie sind fasziniert, wenn sie zum Beispiel über die Bäume des Oberwaldes, ihre Mythen und Heilkräfte tatsächlich viel Neues mitnehmen – obwohl sie den Wald zu kennen glaubten. Eine Teilnehmerin sagte mal zu mir, dass sie den Wald nun mit ganz anderen Augen sähe. Oft ist es auch so, dass sich Erwachsene über die Kinder auf die Märchen und die Natur einlassen können. Sie schauen genauer hin und können – wieder – staunen.

Hast Du weitere Pläne, wie du die Erfahrungen aus der Biodiversitätsbotschafter-Ausbildung weiter nutzen wirst?
Ja! Ich möchte nächstes Jahr die Schulen in Rüppurr ansprechen, von denen zwei am Oberwald liegen.

Vielen Dank für das Gespräch!
 

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