Bedrohte Pflanzenarten zurück in der Schwetzinger Hardt

Bedrohte Pflanzenarten zurück in der Schwetzinger Hardt

von Anke Beisswänger

Silbergras (Quelle: NABU/A. Baumann)
Silbergras (Quelle: NABU/A. Baumann)

Eine positive Zwischenbilanz lässt sich in der Schwetzinger Hardt ziehen: Im Rahmen von „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ ist es gelungen, hier wieder wertvolle Sandrasenpflanzen anzusiedeln. Arten wie Dünen-Steinkraut, Silbergras oder Blaugrünes Schillergras, die über Jahrhunderte hinweg typisch für die  Sandlebensräume waren, sind in Baden-Württemberg heute stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Jetzt blühen sie in der Hardt wieder und tragen bereits Samen. „Unsere ‚Impfaktion‘ im vergangenen Herbst hat also gute Voraussetzungen für eine weitere positive Entwicklung geschaffen“, fasst NABU-Projektleiterin für Baden-Württemberg, Katrin Fritzsch, zusammen.

Das „Impfen“, also das Ausbringen von Samen aus dem nahe gelegenen Naturschutzgebiet Sandhausen, hatte der NABU-Pflegetrupp übernommen und sich dabei eng mit der Naturschutzverwaltung abgestimmt. „Gemeinsam mit ForstBW haben wir hier auf dem bewaldeten Dünenzug des ‚Saupferchbuckels‘ bei Walldorf einen für Baden-Württemberg neuen Weg beschritten: Nachdem in zwei klar definierten Bereichen Bäume entfernt worden waren, haben wir mit dem Saatgut aus der Region gezielt die Entwicklung der freigelegten Sandrasenflächen unterstützt“, erläutert Fritzsch. 

Jetzt dokumentieren die Fachleute, wie sich die Pflanzen weiter ausbreiten. Sie halten ebenfalls fest, wie es mit der nicht mit Saatgut „geimpften“ Vergleichsfläche weitergeht. „Die wertgebenden, seltenen Arten, haben sich dort bisher nicht gezeigt und wären vermutlich von alleine auch nicht gekommen. Die letzten Vorkommen der Arten in der Region sind dafür viel zu isoliert voneinander. Gerade deshalb ist es so wichtig, die Chance zu nutzen und die Bestände zu stützen: Verschwinden die Arten hier am Oberrhein, sind sie in Baden-Württemberg oftmals unwiederbringlich verloren!“, betont Fritzsch. Insbesondere in der Anfangsphase sei es deshalb auch wichtig dafür zu sorgen, dass sich Kermesbeere, Goldrute oder Brombeere nicht un­ge­bremst ausbreiten und die bedrohten Sandrasenarten verdrängen.

 

Terminhinweis: Beim ersten großen „Waldtag“ in der Schwetzinger Hardt am 18. September 2016 ist der NABU mit einem Infotisch dabei. Jüngere Besucherinnen und Besucher sind eingeladen beim Malwettbewerb zur biologischen Vielfalt mit­zu­machen – und haben die Chance hochwertige Preise zu gewinnen. Projektleiterin Dr. Katrin Fritzsch bietet außerdem zwei Fahrradexkursionen (um 13 Uhr und um 15 Uhr) zu den Maßnahmenflächen an. Weitere Informationen auch unter: www.schwetzinger-hardt.de

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