Ausstellung in Karlsruhe begeistert für bedrohte Frösche und Molche

Ausstellung in Karlsruhe begeistert für bedrohte Frösche und Molche

Die besonders aktiven Gelbbauchunken begeisterten viele Besuchende der Amphibienausstellung in Karlsruhe. Foto: NABU/Uwe Schmidt
Die besonders aktiven Gelbbauchunken begeisterten viele Besuchende der Amphibienausstellung in Karlsruhe. Foto: NABU/Uwe Schmidt

Viele Menschen in Karlsruhe und Umgebung interessieren sich für die Amphibien, die in der Region beheimatet sind – das zeigte die beliebte NABU-Sonder­ausstellung „Frösche und Molche am großen Fluss“ im Natur­schutz­zentrum Karlsr­uhe-Rappen­wört (NAZKA) vom 8. April bis 2. Juni 2019. „Insgesamt besuchten uns fast 3.500 Interessierte, um Erdkröten, Kammmolche oder Laubfrösche in den natur­nah gestalt­eten Terrarien und Aquarien zu bestaunen“, bilanziert NAZKA-Geschäfts­führer Andreas Wolf. „Besonders gefreut hat uns, dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler kamen. Vor allem für die Schulklassen fünf und sechs bot sich das an, weil Amphibien bei ihnen gerade im Unterricht auf dem Plan stehen. Einige reisten sogar aus Bruchsal an.“

Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren begeistert, die Tiere „live“ zu erleben. Besonders die äußerst aktiven Gelbbauchunken hatten es den Besuchenden angetan. Wer mehrmals in der Ausstellung vorbeikam konnte sogar die ganze Entwicklung miterleben: wie die Unken sich paarten und Eier ablegten, aus denen schließlich Kaulquappen schlüpften. Auch die Naturschutz-AG des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums Durmersheim besuchte die Ausstellung und erstellte ein Video über die Gelbbauchunke. Außerdem staunten viele Gäste, wenn sie die gut versteckten Knoblauch- und Wechselkröten oder Moorfrösche entdeckten. Laubfrösche und Kammmolche waren da etwas leichter zu beobachten. Dass es solche Tiere am Oberrhein überhaupt gibt, sorgte trotzdem für einige „Aha“-Momente.

Biodiversitätsbotschafterinnen unterstützten NAZKA

Tatkräftige Unterstützung gab es von den Biodiversitätsbotschafterinnen Dr. Eva Kemp, Ulrike Roelle und Jana Bode: Sie halfen den Mitarbeitenden des NAZKA dabei, die Ausstellung zu betreuen, Besuchende zu führen und die Frösche und Molche zu füttern. Hier zahlte sich für alle Beteiligten aus, dass der NABU die Ehrenamtlichen im Zentrumsgebäude mit Projekt­mitteln ausgebildet hatte.

Projektpartner legten Amphibienteiche und Tümpel an

Die Ausstellung entstand im Rahmen des Projektes „Lebensader Oberrhein“. Der NABU hat mit vielen Projekt­partnern vor Ort dafür gesorgt, dass die in der Aus­stellung gezeigt­en Amph­ibien auch außer­halb der Terrarien und Aquarien eine Zukunft haben. „Wir haben über 40 Tümpel und Teiche angelegt oder wieder fit gemacht – damit Knob­lauch­kröte, Berg­molch und Gras­frosch neue Kinder­stuben finden“, erläutert Projektleiterin Katrin Fritzsch die Maßnahmen. Diese feucht­nassen Lebens­räume ver­schwinden zu­nehmend, weil sie Sied­lungen oder Äckern weichen müssen. Auch der Klima­wandel gefähr­det diese Ge­wässer: Wegen höherer Tem­peraturen könnten sie aus­trocknen. Alle Amph­ibien­arten sind am Ober­rhein bedroht, viele stehen sogar auf der Roten Liste. „Die Tiere der Aus­stellung sind deshalb Bot­schafter: Für bedrohte Lebens­räume am Ober­rhein, aber auch für wirk­same Schutz­maß­nahmen“, fasste Fritzsch zusammen.

 

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