Biodiversi­täts-Tipp des Monats

Oktober 2018 - Einheimische Blumen, Sträucher und Bäume pflanzen

Der Herbst ist die beste Pflanzzeit! Dabei auf heimische Pflanzen oder Saatgut achten!

Pflanzen, die im Herbst in die Erde kommen, können bereits im Winter, solange kein Frost ist anwachsen. Die feinen Wurzeln wachsen, solange der Boden nicht gefroren ist, und verankern die Pflanze am neuen Standort. Sie sind ent­scheidend für die Auf­nahme der Nähr­stoffe und von Wasser. Im Herbst gesetzte Pflanzen haben daher im Frühjahr einen Vorteil gegenüber den jetzt erst aus­ge­brachten Pflanzen.

Für unsere Natur ist es ganz wichtig, dass die Pflanzen zu unserer heimischen Natur passen! Dabei kommt es nicht nur auf die ausgewählte Art der Blumen und Gehölze an. Genetische Varianten können entscheidend dafür sein, ob bei uns lebende Tiere von einer Pflanze leben können. Viele Zuchtformen (Sorten) der gleichen Blütenpflanzenart sind nicht als Nektarlieferant für heimische Insekten geeignet. Gefüllte Blüten sehen zwar durch die zahlreichen Blütenblätter prächtiger aus, durch die zurückgebildeten oder nicht mehr zugänglichen Staubblätter bieten sie jedoch in der Regel keine Nahrung für Bienen und andere bestäubende Insekten. Aus anderen Ländern importierte Pflanzen derselben Art blühen eventuell früher oder später als unsere heimischen und stehen damit nicht zum richtigen Zeitpunkt mit ihren Samen für die Fütterung von Jungvögeln im Nest zur Verfügung. Daher ist es wichtig, im eigenen Garten heimische (autochthone) Pflanzen zu verwenden.

Projektbezug

Im Rahmen des Projekts Lebensader Oberrhein erfolgte auch ein Zuschuss zum Erweb der Naturerlebnisfläche „AuenLand“. Außerhalb des angrenzenden Naturschutzgebietes können Jung und Alt so die Biologische Vielfalt am Oberrhein hautnah erleben. Den Anfang machen Blühfläche, eine typische Hecke und ein periodisches Kleingewässer.

Die Fläche wird Schritt für Schritt zum Naturerlebnisbiotop AuenLand entwickelt. Hier soll das neue NABU-Zentrum Rheinauen entstehen. Ein Ort, an dem Groß und Klein die Natur des Oberrheins erleben können. Lebensräume wie der Naturerlebnisteich, eine Feuchtmulde, Wildwiesen und die Vermehrungsstation für seltene Pflanzen sind schon auf der Fläche etabliert. Barrierefreie Wege, Beobachtungsstege und Mitmachstationen sollen folgen. Rund um das neue NABU-Zentrum werden Kleinbiotope und Muster-Naturgärten Anregungen für mehr Natur im Wohnumfeld geben! Und selbstverständlich wird bei allen Anpflanzungen auf heimische Arten geachtet.

Weitere Informationen zu:
Naturerlebnisfläche „AuenLand“
Vermehrungsstation für seltene Pflanzen

Auch externe Partner des Projekts unterstützen den Erhalt der biologischen Vielfalt durch Anpflanzungen mit heimischen Arten:
Werner & Mertz und NABU begrünen das Firmengelände im Sinne der Nachhaltigkeit
Bienenwiese – Ein Pilotprojekt mit der GAG Ludwigshafen
Straßenbegleitende Naturerlebnisfläche bei Haßloch
Bischweier und Steinmauern: Mehr Natur im Ort
Düne auf dem Firmengelände der VOG-Obstgenossenschaft
GEODIS in Bodenheim: Versickerungsfläche wird zur artenreichen Blühwiese entwickelt

 

Hintergrundinformationen zur Wichtigkeit autochthoner Gehölzpflanzungen:
Florenverfälschung gewaltigen Ausmaßes?

 

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