Biodiversi­täts-Tipp des Monats

Klimaschutz im Sommerurlaub

Mit dem Kanu durch die Rheinauen (Quelle: Walter Burster)
Mit dem Kanu durch die Rheinauen (Quelle: Walter Burster)

Wer im Sommerurlaub das Klima schützen will, spart sich lange Wege mit dem PKW. Das Flug­zeug ist das Verkehrs­mittel mit der stärksten Klima­belastung. Den Urlaub zu Hause genießen und kleine Aus­flüge in die nahe­ge­legene Natur kann auch sehr schön sein und ganz neben­bei werden Umwelt- und Klima­be­lastungen vermieden, die durch Fern­reisen ver­ur­sacht werden. Insge­samt 43Touren aus dem Pro­jekt „Lebens­ader Ober­rhein“ können zu Fuß, mit Boot oder Fahr­rad besucht werden und führen durch Natur­schätze im Projekt­gebiet.

Hier kommen Sie zu den Wander-, Rad- und Kanutouren im Biodiversitäts-Hotspot.

 

Tipps zum Thema Verkehr

Flüge vermeiden 
Nach wie vor stoßen Flugzeuge eine hohe Menge an Schadstoffen aus. Gerade Inlandsflüge lassen sich oft vermeiden. Aber auch bei Fernreisen sind die Bahn und sogar Reisebusse die umweltfreundlichere Wahl. Bei einem Flug von Berlin nach München wird pro Person mehr als die sechsfache Menge CO2 pro Person ausgestoßen, als wenn man mit der Bahn fährt.

Abgesehen von Rohstoffverschwendung und giftigen Abgasen (Feinstaub, Stickoxide, ...) sind Mineralöl­kraft­stoffe vor allem deshalb ein Umweltproblem, weil ihre Emis­sionen den Treibhauseffekt anheizen. Bei Auto, Schiff und Bahn geschieht das am Boden. Flugzeuge hingegen fliegen meist in 9 bis 13 Kilometern Höhe durch Bereiche der Atmos­phäre, in denen ihre Abgase besonders großen Schaden anrichten. Jeder Liter Sprit, der in Flug­zeug-Tur­binen verbrennt, belastet das Klima 3-4 mal so stark wie ein Liter Auto­kraftstoff.

Stickoxide bauen unter der Sonneneinstrahlung Ozon auf, das in Reiseflughöhe als starkes Treibhausgas wirkt. Der Ausstoß von Aerosolen (Partikeln) und von Wasser­dampf führt zu einer Veränderung der natürlichen Wolken­bildung. Flugzeuge in großer Höhe können Kondens­streifen und Schleier­wolken bilden, die zur Erwärmung beitragen und die Stick­oxide aus den Abgasen bilden das Treib­hausgas Ozon. Diese ver­schie­denen Effekte summieren sich derart, dass die Treib­haus­wirkung des Fliegens im Durch­schnitt etwa zwei- bis fünfmal höher ist als die alleinige Wirkung des aus­gestoßenen CO2.

Der Luftverkehr belastet jedoch nicht nur das globale Klima, er hat auch lokale Aus­wirkungen. So leiden fast 40 Prozent der deutschen Bevöl­kerung unter Flug­lärm. Dau­ern­der Flug­lärm erhöht das Risiko für Herz-Kreis­lauf-Er­krankungen und Herz­infarkt. Bei Kindern im Umkreis von Flug­häfen wurden Konzen­trations- und Lern­schwierig­keiten fest­gestellt. Auch ver­schlechtert sich die lokale Luft­qualität durch den Aus­stoß von z.B. Stick­oxiden. Weitere Umwelt­be­lastungen ergeben sich durch den Flächen­ver­brauch beim Bau und Betrieb von Flughäfen.


Bei unvermeidlichen Flügen: Atmosfair oder myclimate
Bei unvermeidbaren Flügen gibt es unter www.atmosfair.de oder bei www.myclimate.de die Möglichkeit, die ent­standenen Emis­sionen berechnen und aus­gleichen zu lassen. Sie zahlen freiwillig für die durch Ihren Flug verur­sachten Treib­haus­gase. Das Geld wird zum Beispiel in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energie­spar­projekte in Ent­wick­lungs­ländern investiert, um dort eine Menge Treibhausgase einzusparen, die eine vergleichbare Klimawirkung haben wie die Emissionen aus dem Flugzeug. Ihr Geld trägt dazu bei, diese Projekte zu ermöglichen. Das können Sie natürlich auch für Ihre Fahrten mit dem PKW tun. Sie schätzen die notwendigen Fahrten mit Ihrem PKW pro Jahr und den Durch­schnitts­verbrauch. Die Programme berechnen dann Ihre entstandene CO2-Emission und was es kostet durch Projekt­förderung die gleiche Menge CO2 wieder einzu­sparen. Das ist gar nicht so teuer und Sie belasten somit bilanziell mit Ihren Fahrten nicht das Klima. Besser wäre natürlich die Vermeidung von Emissionen.

 
Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel nutzen 
Auch die bewusste Wahl der Verkehrsmittel trägt zum Klimaschutz bei: Für kurze Strecken mal das Auto stehen lassen und auf Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, für weitere Entfernungen innerhalb Deutschlands die Angebote im Nah- und Fernverkehr der Bahn prüfen.

 

Weitere Tipps zum Klimaschutz im Urlaub und im Alltag finden Sie auf den Seiten des NABU-Bundesverbandes: 

Die 77 besten Klimaschutz-Tipps

Mit diesen 7 Tipps schützen Sie das Klima auch im Urlaub

 

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