Waldschulklassen pflegen und erkunden Maulbeerbuckel

Waldschulklassen pflegen und erkunden Maulbeerbuckel

Schüler/-innen der „Maulbeerbuckel AG“ halten die Sandlebensräume nahe ihrer Schule offen, damit lichtbedüftige Pflanzen wachsen können. (Quelle: S. Ehnert)
Schüler/-innen der „Maulbeerbuckel AG“ halten die Sandlebensräume nahe ihrer Schule offen, damit lichtbedüftige Pflanzen wachsen können. (Quelle: S. Ehnert)

Schul AG der Wald­schule Wall­dorf startet ins neue Schul­jahr

Viele Kin­der essen gerne Brom­beeren, auch an der Wald­schule Wall­dorf. Das hielt zahl­reiche Schüler­innen und Schü­ler der dritten und vierten Klasse aber nicht davon ab, die stachel­igen Sträucher am Maul­beer­buckel zu jäten. Denn die Nach­wuchs-Natur­schützer­innen und –schützer wissen: Manch­mal muss man bestimmte Pflanz­en entfernen, um anderen Pflanzen und Tieren etwas Gutes zu tun. In der „Maul­beer­buckel AG“ pflegen sie die gleich­namige Sand­düne nahe ihrer Schule und er­fahren dabei, wie die Natur­schutz­maß­nahmen in den trockenen Lebens­räumen des Schwetzinger Hardt funktionieren.

Die 12 Teil­nehmend­en der AG lernen bei ins­gesamt zehn Ter­minen zwischen April und Juli auch dieses Jahr wieder Er­staun­liches über die Natur in ihrer direkten Nach­bar­schaft. Warum gibt es am Ober­rhein Sand­dünen, hunderte Kilo­meter entfernt vom nächsten Meer? Weshalb haben NABU und Forst­amt Kiefern am Maul­beer­buckel gerodet – und wie profitieren Graue Skabiose, Ameisen­löwe oder Efeu-Seiden­biene davon? Einige Schüler­innen und –schüler kennen die Ant­worten bereits: Ihnen hat die AG so viel Spaß ge­macht, dass sie dieses Schul­jahr bereits zum zweiten Mal mit­machen. Andere sind zum ersten Mal dabei. Für alle hat Umwelt­bildner­in Sabrina Ehnert gemeinsam mit dem NABU Walldorf-Sandhausen, dem Kreis­forst­amt und der Gemeinde Wall­dorf ein ab­wechslungs­reiches Programm zusammen­gestellt.

Echte Naturschätze entdeckten die Kinder der AG im Wald rund um den Maulbeerbuckel. Mit den gefundenen Blättern, Ästen und Steinen spielten sie später „Natur-Bingo“. (Quelle: S. Ehnert)
Echte Naturschätze entdeckten die Kinder der AG im Wald rund um den Maulbeerbuckel. Mit den gefundenen Blättern, Ästen und Steinen spielten sie später „Natur-Bingo“. (Quelle: S. Ehnert)

Vielfalt entdecken im Nassen und Trockenen

Die ersten Termine dieses Schuljahres waren ähnlich kontrast­reich wie die nassen und trocken­en Lebens­räume am Ober­rhein. Anfang Mai brachen die Lehr­kräfte den Pflege­einsatz vor­zeitig ab, weil es in Strömen regnete. Lang­weilen musste sich trotz­dem niemand: Unter dem schützend­en Dach der Schule spielten die Kinder ein „Natur Bingo“ mit Blättern, Ästen und Stein­en, die sie bei einer Schatz­suche im Wald ge­sammelt hatten.

Nur eine Woche später erkundeten sie bei strahl­endem Sonnen­schein die Arten­viel­falt am und um den Maul­beer­buckel herum. Renate Wolf vom NABU Walldorf-Sandhausen be­gleitete sie dabei und verriet, welche Tiere und Pflanzen sich im Gebüsch, Tot­holz oder Sand entdecken lassen. In den kommend­en Monaten stehen noch eine Vogel­beobachtung mit dem NABU, weitere Pflege­einsätze und theo­retische Bau­steine zu den Lebens­räumen auf dem Plan.

Weiterlesen:

Untersuchungen zum Naturverständnis von Schüler/-innen der Maulbeerbuckel AG

Hintergrund:

Das über 3.000 Hektar große Wald­schutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ im Rhein-Neckar Kreis ist eines der Schwer­punkt­gebiete des Projektes „Lebens­ader Oberrhein“. Der NABU rodete hier gemeinsam mit ForstBW 2016 zahl­reiche Kiefern, um offene Sand­lebens­räume zu schaffen. Diese prägten das Land­schafts­bild vor einigen hundert Jahren, bevor sie durch Auf­forstung­en verloren gingen. Dank der Projekt­maß­nahmen finden typische Arten wie die Graue Skabiose oder der Sand­lauf­käfer wieder geeignete Lebens­räume: Sie brauchen kargen Sand­boden und viel Licht, das sie im dichten Kiefern­wald nicht bekommen. Damit diese neu ent­standenen Offen­räume nicht wieder zuwuchern, kümmern sich der NABU-Pflege­trupp, der Revier­förster und die „Maul­beer AG“ regel­mäßig gemein­sam um die Projekt­flächen.

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