Art des Monats

Dezember 2015 - Wilde Möhre

Lieblingspflanze des Schwalbenschwanzes

Milde Witterung lässt auch noch im Dezember manche Pflanze auf dem Rheindeich wachsen. Die Wilde Möhre (Daucus carota) gehört dazu. Bei Insekten ist die Möhre sehr beliebt. Wildbienen, Wanzen, Käfer und Fliegen aller Art besuchen die Blüten und die Raupen des Schwalbenwanzes fressen sich am Möhrenkraut satt.

Die Wilde Möhre ist eine der vermutlich drei Stammpflanzen unserer heutigen Kultur-Möhren. Neben der hiesigen Art kreuzten die Menschen schon in der Antike afghanische und mediterrane Möhrenarten ein. Im Gegensatz zur Gartenmöhre ist die Speicherwurzel der Wilden Möhre bleich. Im 18. Jahrhundert entstanden schließlich die bekannten orangefarbenen Möhren, die es nach den Tomaten bis auf Platz zwei der Gemüsehitliste gebracht haben. Ihr auffälliger Farbstoff, das Carotin, ist verantwortlich für den vor allem in Süddeutschland gebräuchlichen Namen „Karotte“. Anderenorts werden sie auch als Gelbe Rüben, Mohrrüben oder Wurzeln bezeichnet.

Die wilde Möhre wird bis zu 120 cm hoch und blüht zwischen Mai und Septmber auf nährstoffreichen, ausdauernden Unkrautfluren und Frischwiesen. Extensiv gepflegte Deiche können Standorte für derartige Pflanzengesellschaften und somit auch Lebensraum für viele Insektenarten sein. Gestiegene Ansprüche an den Hochwasserschutz, Klimawandel mit zunehmender Trockenheit und stärkeren Hochwässern, die Einwanderung von Neophyten sowie die außerordentlich große Funktion für den Arten- und Biotopschutz charakterisieren das Spannungsfeld der Deichpflege.

Im Projekt „Lebensader Oberrhein - Naturvielfalt von nass bis trocken“ untersucht der NABU, wie eine naturgemäße Pflege der Deiche erfolgen kann (weitere Informationen).

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